Gemeinde Aktuell

Hier möchten wir sie auf aktuelle Informationen oder Veranstaltungen unserer Gemeinde aufmerksam machen, oder auch auf interessante Dinge in unserer Umgebung. Aber sie werden hier auch auf Themen stoßen, die für den Glauben wichtig sind. Lassen Sie sich dazu herzlich einladen und kommen Sie gerne wieder hier vorbei.

Ihr Carsten Finger

unendlich viel mehr (10. Juni 2020)

Liebe Freunde und Mitglieder unserer Gemeinde, aktuell beschäftigen wir uns in den Video-Andachten und den beiden geplanten Gottesdiensten im Juni mit dem Thema Gebet. Dazu habe ich persönlich zwei Lieblingsbibelverse, die ...

... der Apostel Paulus in einem Brief an die Gemeinde in Ephesus schrieb. Bevor er zu diesen beiden Versen kommt, singt er ein Loblied auf Gott und Gottes Plan und malt seinen Lesern vor Augen, dass sie zum Lob von Gottes Herrlichkeit geschaffen wurden und zum Glauben kamen. Es schließen sich Dankgebete und Fürbitten von Paulus an, bis er dann seine Gebetstexte beendet mit den Lobpreis-Versen:

Dem, der so unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder erdenken, und der mit seiner Kraft in uns wirkt, ihm gebührt die Ehre in der Gemeinde und in Jesus Christus von Generation zu Generation in alle Ewigkeit. Amen. (Epheserbrief 3, 20 – 21, Bibel.heute NeÜ)

Paulus wäre nicht Paulus, wenn er nicht in einem Abschluss-Lobpreis auch noch eine wichtige Botschaft für die Leser und Beter hätte. Er gibt hier nämlich Gott alle Ehre dafür, dass er „so unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder erdenken“ weil er „mit seiner Kraft in uns wirkt“. In Bezug auf unsere Gebet verbinde ich damit drei kleine, aber ganz entscheidende Einsichten:

Erstens kann ich schlicht und bescheiden oder wortgewandt und herausfordernd beten, es gibt kein Gebet, das für Gott nicht erfüllbar wäre. Selbst die mutigsten und herausfordernsten Gebete kann Gott beim Erfüllen noch übertrumpfen. Und nebenbei kann Gott auch selbst das bescheidenste Gebet noch unterbieten indem er einfach nichts tut. Gott ist und bleibt absolut souverän und grenzenlos. Aus dem Grund dürfen wir unsere Gebete auch so vor ihn bringen, wie wir sie gerade in Gedanken haben. Nur keine Angst, wir werden ihn mit unseren Gebeten (und Gedanken) nicht überfordern. Was natürlich nicht heißt, dass er automatisch genau das tut, worum wir ihn bitten. Gott kann unendlich viel mehr (oder weniger) tun, als wir wünschen und erbitten. Ihm sind weder nach oben noch nach unten Grenzen gesetzt. Darum bete doch so, wie es Dir gerade in den Sinn kommt. Nur keine falsche Bescheidenheit.

Zweitens wirkt Gott in uns mit seiner Kraft, seiner „Dynamis“. Es ist die Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat und die auch uns eines Tags auferwecken wird (1. Korinther 6,14; 15,43; Philipper 3,10+21; Kolosser 2,12). Jetzt und hier wirkt diese Kraft in uns sowohl beim Beten als auch beim Handeln. Ora et labora (bete und arbeite) geschieht bei Christen beides in der Kraft Gottes und unter Mitwirkung des Heiligen Geistes. So hilft der Heilige Geist auch unser Gedankenwirrwar vor Gott zu bringen (Römer 8,26). Beim Beten spricht Gottes Geist und Kraft in Dir mit dem einen allmächtigen Gott außerhalb von Dir. So gesehen ist beten eine von Gott geleitete Kommunkation zwischen ihm und Dir und ihm (das Vorstehende ist kein Tippfehler).

Drittens gebührt Gott so oder so die Ehre. Egal, auf welche Weise, wie lang, wie oft und was ich gebetet habe. Egal, wieviel er von meinen Bitten erfüllt. Egal, ob er es schlussendlich ganz anders macht. Egal! Gott gebührt die Ehre. Punkt.

Diese Einsichten entspannen mich beim Beten ungemein, denn es kommt nicht auf mein Beten, sondern auf Gott an. So kann ich auch beim Beten ganz gelassen mit Gott plaudern. Mal frei Schnauze. Mal ein traditionelles Gebet. Mal eine monotone Wiederholung einzelner Gebetsworte oder -Sätze. Mal das betonte Beten eines Psalms. Mal ein einfaches Danke. Mal ein Loblied. Diese Gelassenheit beim Beten, ohne im Beten nachlässig zu werden, die wünsche ich auch Euch!

Liebe Grüße

Euer

Carsten Finger