Gemeinde Aktuell

Hier möchten wir sie auf aktuelle Informationen oder Veranstaltungen unserer Gemeinde aufmerksam machen, oder auch auf interessante Dinge in unserer Umgebung. Aber sie werden hier auch auf Themen stoßen, die für den Glauben wichtig sind. Lassen Sie sich dazu herzlich einladen und kommen Sie gerne wieder hier vorbei.

Ihr Carsten Finger

Gebet und gebet (3. Juni 2020)

ist euch schon einmal aufgefallen, dass das Nomen „Gebet“ und die altdeutsche Aufforderung des Verbs „geben“, nämlich „gebet“, gleich geschrieben werden? Gebet kommt ja vom Wort Bitten und ist damit das Gegenteil ...

... vom Geben. Ich bitte und der Gebetene gibt, zumindest dann, wenn er es für richtig und gut hält. Ihr merkt, dass man allein schon vom Wort her lange Vorträge über das Beten halten und doch dem Beten selbst gegenüber distanziert bleiben könnte. Beten ist aber kein Thema, um dazu die Wortherkunft zu betrachten oder theoretische Abhandlungen zu verfassen. Beten ist ein „Tunwort“, wie man früher so schön in der Grundschule gelernt hat, ein Tätigkeitswort. Beten will getan werden, ganz schlicht und ergreifend. Unter dem Titel „beten – schlicht und ergreifend“ gab es im letzten Herbst eine FeG-Mitarbeitertagung, von der ich im November bereits im Gottesdienst erzählt hatte. Seither bete ich noch immer mehrmals am Tag ein Vaterunser und/oder ein Herzensgebet („Jesus Christus erbarme dich!“ in einer etwas längeren Fassung, die ich mir selbst ausgedacht habe) oder auch ein längeres freies Gebet. Seit dem Herbst habe ich das Beten auch immer mal wieder in Predigten oder Video-Andachten aufgegriffen. Dies möchte ich nun im Juni mit einer Video-Andacht und zwei Predigten (mit wenigen angemeldeten Besuchern) fortsetzen. Dabei werde ich mich an den Kapiteln des Buches „Beten – schlicht und ergreifend“ (SCM Bundes-Verlag) orientieren. Von den sechs Kapiteln der ersten Buchhälfte fasse ich jeweils zwei zusammen. Wenn Ihr wollt, dann könnt Ihr Euch das Buch ja über die Startseite der Homepage bestellen und mitlesen. Es ist ein wirklich sehr praktisches Buch mit vielen Anregungen zum Beten und nur etwas Theorie in der ersten Hälfte, die aber interessante Aspekte zum Hintergrund und zu Gebetsformen in früheren Jahrhunderten liefert. So hoffe ich, uns mit dieser Reihe und dem Buch zum schlichten und ergreifenden Beten motivieren zu können. Gründe zum Beten haben wir in der aktuellen Krisen-Situation ja reichlich, nicht nur wegen Erkrankten, sondern auch wegen der indirekten Folgen:

  • Erkrankungen und Behandlungen, die durch Corona aufgeschoben und nicht behandelt wurden,
  • Kinder, die in der Schule den Anschluss verloren haben,
  • Menschen, die vereinsamt und depressiv geworden sind,
  • Personen in Alte-/Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften usw., die zum Teil wochenlang nicht raus und keinen Besuch empfangen durften,
  • Opfer von Gewalt und Missbrauch,
  • Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit,
  • Firmen, Geschäfte und Gaststätten, die große Schwierigkeiten haben oder Insolvenz anmelden mussten,
  • Dazu gibt es nach wie vor eine ganze Reihe von Leuten in unserer Gemeinde, die krank sind oder andere Schwierigkeiten und Herausforderungen haben.
Beten – schlicht und ergreifend. Falls uns nichts mehr zum Beten im Sinne der Fürbitte einfallen sollte, so kann sollten wir natürlich Danken und Loben nicht vergessen, die ja ebenfalls eine Form des Gebets sind. Es gibt also viel Grund und Gelegenheit für Gebet und nebenbei auch die eine oder andere Möglichkeit, wo man selbst das „gebet“ praktizieren und damit anderen helfen könnte.

Liebe Grüße

Carsten Finger